Führungen über das Gelände der Eisenhütte Abentheuer

Gerne bieten wir nach Voranmeldung Führungen über das Gelände der Ehemaligen Eisenhütte an.

Eine Führung dauert ca. 1,5 Stunden und geht über das gesamte Gelände. Zu sehen gibt es einiges, offensichtliches und verborgenes.

Die Eisenhütte Abentheuer zählt zu einer der am besten erhaltenen Eisenhütten im Hunsrück. Die ehemaligen Produktionsgebäude stehen leider nicht mehr, sind aber zum Teil noch als Ruinen zu erkennen. Das Wassersystem der Eisenhütte ist jedoch noch voll erhalten und lässt erahnen welchen Mengen an Energie hier mal gebraucht wurden. Wenn gewünscht machen wir auch Giesserei Vorführungen.

 

Die Eisenhütte Abentheuer wurde 1499 erstmals erwähnt. Hier gibt es für Hans Eisenschmitt und seinen Sohn Matthäus einen Erbbestand zum Bau und Betrieb einer Eisenhütte in Abentheuer. Die nächsten großen Veränderungen standen dann  1672 an, als Johann Hujet ein Temporalbestand zum Bau und Betrieb eines Hammerwerks gestattet wird. Die Familie Hujet betreibt die Eisenhütte bis 1699.

1699 erwirbt Remacle Joseph Hauzeur die Eisenhütte. Hauzeur kaufte viele der Hunsrücker Eisenhütten und baute da erste größer Eisenimperium im Hunsrück auf. Unter Hauzeur gibt es einige technische Revolutionen. Unter anderem baute er die erste Eisenschneide auf deutschem Boden, diese stand in Abentheuer, die Technik kam aus der fortschrittlicheren Wallonie. Unter Hauzeur wird auch 1716 das noch stehende repräsentative Herrenhaus gebaut sowie ein Hochofen.

1763 wird unter anderem die Eisenhütte Abentheuer von den Erben Hauzeur`s an Johann Heinrich Stumm verkauft. 1765 errichtet Johann Heinrich Stumm einen neuen Hochofen.  Um 1800 bestehen die Eisenwerke Abentheuer aus 1 Hochofen, 3 Eisenwerken und einem Eisenschneidwerk.

Die Familie Stumm betreibt die Hunsrücker Eisenhütten von Hauptsitz in Abentheuer aus, bis die technische Revolution den nahenden Untergang der Eisenindustrie im Hunsrück einläutet. Die ersten Kokshochöfen entstanden und es gab die ersten Dampfmaschinen, somit waren 2 wichtige Faktoren im Hunsrück nicht länger wichtig, die Wasserkraft und der Wald als Kohlelieferant. Die Familie Stumm siedelte nach Saarbrücken Halberg und betrieb dort die Halbierter Hütte, später auch die Neunkirchen Hütte. Die Hunsrücker Eisenwerke gehen 1835 an die Enkel Stumm`s, die Gebrüder Böcking. Diese halten die Produktion noch bis 1875 aufrecht und versuchen durch umbauten die Produktion wirtschaftlich zu halten, was ihnen jedoch im Wettbewerb nicht gelingt. 1875 wird die Produktion in Abentheuer schließlich eingestellt.